Fast das Ende der Welt, wie man hin kommt, und was man da macht

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    • Fast das Ende der Welt, wie man hin kommt, und was man da macht

      Hallo zusammen,

      während meiner "kurzen Reise durch die faszinierende Tierwelt des roten Kontinents" hatte ich angekündigt, noch ein zweites Thema zu eröffnen, in der es mehr um die eigentliche Reise und das Drumherum geht. Und auch wenn es etwas länger als geplant gedauert hat, so möchte ich dem doch nun mit Freude nachkommen. Anders als die meisten unserer Urlaube war dieser eine Familienreise mit fünf Erwachsenen, zudem ein Geschenk, auf das wir einige Jahre sparen mussten. Nicht nur das Ziel war außergewöhnlich, auch die jeweiligen Erlebnisse sollten daher etwas ganz besonderes werden. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, die Planung komplett selbst zu übernehmen (das meiste habe ich in enger Abstimmung mit der Familie organisiert) um sie so perfekt auf unsere Bedürfnisse abstimmen zu können. Unterwegs waren wir vom 20. Juli bis zum 18. August 2017, also gut vier Wochen, wobei drei Tage für die Anreise und zwei für die Rückreise genutzt wurden (um das Risiko zu minimieren sind wir bereits einen Tag vor dem Abflug zum Flughafen gefahren und haben dort übernachtet, ansonsten ist die Anreise auch in zwei Tagen zu schaffen). Ich habe mir gedacht, die Reise in ihren einzelnen Stationen zu beschreiben und dabei jeweils auch Hinweise zur Organisation zu geben. Falls ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, nur her damit, diskutieren ist ausdrücklich erwünscht!

      Hin und weg

      Normalerweise würde ich einen Flug einfach über das Internet buchen, erfahrungsgemäß lohnt es sich aber, bei größeren Reisen auch mal eine Anfrage an spezialisierte Reisebüros zu stellen. Nicht selten können diese besondere Konditionen abrufen, die zwar nur selten den eigentlichen Flugpreis reduzieren, dafür aber häufig Sonderleistungen beinhalten. In unserem Fall waren dies drei kostenlose Inlandsflüge (pro Person) in Australien, die wir ohne Aufpreis erhielten und von denen wir zwei für unsere Planung brauchten. Da fliegen in Australien recht teuer ist (teurer als viele Verbindungen ins Ausland, weshalb viele Australier eher in Südostasien oder den pazifischen Inseln als im eigenen Land Urlaub macht) konnten wir so gutes Geld sparen. Geflogen sind wir mit Cathay Pacific, eine der großen, traditionellen asiatischen Fluggesellschaften, zunächst elf Stunden nach Hongkong, und von dort nach gut zwei Stunden Aufenthalt weitere neun Stunden nach Sydney. Für den Transfer vom Flughafen zum Hotel haben wir einen privaten Taxianbieter, der uns über TripAdvisor empfohlen worden ist, per Mail und zum Festpreis (vor Ort zu zahlen) gebucht.

      01 - Die Reise beginnt
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      02 - Der Sonne entgegen
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      03 - Hongkong
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      04 - Pferdewechsel
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      05 - Die Anreise hinterlässt Spuren
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      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Reisen und Reiseplanung interessieren mich sehr. Besonders diese Reise ans andere Ende der Welt steht ganz oben auf meiner Liste ( so in 12 Jahren, wenn mein Sohn nicht mehr Schulpflichtig sein wird :D )
      Lass mal kommen, ich bin schon richtig gespannt auf deine Infos und Berichte :lob:
      Gruß aus Aachen

      "Wenn jemand ein Problem mit mir hat, kann er es behalten. Ist ja schließlich seins."

    • So interessant das Reiseziel auch ist, 19 Stunden Flug würde ich nicht schaffen. Schon nach 2 Stunden im Flieger führe ich vor innerer Anspannung unentwegt Selbstgespräche und bin so hippelig, dass die anderen Gäste und die Flugbegleiter schon immer ganz argwöhnisch gucken! :/
      Aber Tipps zur Reiseplanung sind immer nützlich und willkommen, besonders wenn sie mit schönen und passenden Bildern illustriert sind.
      Besondes lehrreich sind ja immer die Dinge die nicht wie geplant verlaufen sind.
      Bin gespannt was du uns noch so alles berichtest! :cor:
      Gruß aus Hamburg vom schokopanscher

      Meine Homepage - Möge das Licht mit Dir sein! 8)
    • Ich habe den großen Vorteil, dass ich so ziemlich überall entspannt schlafen kann. Von den 20 Stunden habe ich daher insgesamt nur gut drei mitbekommen, und die war ich hauptsächlich mit Essen beschäftigt. Der große Nachteil bei mir ist, dass ich meine proportional zwar passenden, trotzdem aber überdurchschnittlichen langen Beine irgendwo parken muss, und die normale Economy-Klasse dafür zu klein ist. Der Platz in der Premium Economy war sehr angenehm, allerdings auch teuer. Aus dem Grund haben wir nicht für uns alle solche Plätze gebucht, sondern nur für die beiden Langen in der Gruppe, während die drei Kurzen in der doch durchaus noch komfortablen "Holzklasse" fliegen mussten. Die ausgebliebene Verstimmung zeigt, dass die Familie durchaus gefestigt ist. Anders kann man solch eine Reise auch nicht unternehmen.

      Was die Reisezeit angeht, so sind die hiesigen Sommerferien übrigens keine schlechte Wahl. Zum einen sind die Temperaturen da auf dem ganzen Kontinent erträglich, auch in der Halbwüste, zum anderen sind die lokalen Preise tendenziell niedriger und vor allem das Angebot größer. Wir waren aus beruflichen Gründen auch an die Ferien gebunden, was ich erst als Nachteil vermutete, letztlich aber ein Vorteil war.

      Ankommen

      Alle Unterkünfte waren vorgebucht, in Sydney haben wir ganz klassisch ein Hotel über eine Buchungsplattform ausgesucht, gut bewertet, mit passender Anbindung an den ÖPNV, zentrumsnah aber nicht im Zentrum - aus Kostengründen. In einer Großstadt hat man früher oder später eh größere Distanzen zurück zu legen, da ist es nicht unbedingt wichtig, direkt am Hotspot zu nächtigen. Sinnvoll ist es allerdings, sich vorab schon mal über Restaurants, Imbissbuden, Cafés oder Bars in der Nähe zu informieren, je nachdem was man selbst bevorzugt, denn das erspart die Suche mit hungrigem Magen und schützt vor manch böser Überraschung, ohne die grundsätzliche Freude an der Erkundung der Gegend zu rauben (denn man muss ja nicht zwingend hingehen, was man vorher recherchiert hat). Wir sind so auf Harry's Cafe de Wheels gestoßen, eine Australische Ikone direkt vor unserer Haustür - und sehr lecker! Google Maps ist für derartige Planungen sehr hilfreich.

      Jetlag war bei keinem von uns ein Problem (ich bin da eh unempfindlich, der Rest der Gruppe spürt es sonst aber durchaus), was wohl auch daran lag, dass wir Vormittags los geflogen und Abends in Sydney angekommen sind, ein Tag ausgedehnt auf zwei quasi. Trotzdem habe ich gerade am Anfang ausreichende Ruhephasen eingeplant, was am einfachsten geht, indem man entspanntere Touren auf diese Tage legt. So stand der erste Tag im Zeichen einer großen Hafenrundfahrt. Neben den üblichen kommerziellen Angeboten, die man entweder über das Netz oder über die entsprechenden Touristeninformationen findet (oder die üblichen Infoständer in der Hotellobby), gibt es aber häufig auch kleinere Alternativen, Geheimtipps, die man mit etwas Suchen entdecken kann. Ein guter Startpunkt sind Veranstaltungskalender der Stadt oder von thematisch passenden Museen. Ich habe so beispielsweise die Sydney Heritage Fleet gefunden, die an einigen Tagen im Monat mit ihren Oldtimern besondere Fahrten anbietet, eine davon genau passend an unserem ersten Reisetag. So waren wir mit einem klassischen, über 100 Jahre alten Dampfschlepper unterwegs, konnten uns mit der Crew und den anderen Passagieren unterhalten (die meisten davon Einheimische), die Brücke besichtigen, Kohlen schaufeln und wurden sogar auf einen Geburtstagskuchen eingeladen. Der Nachteil: wenn man selbst auf dem alten Kahn unterwegs ist, kriegt man nur die modernen Geschwister als Motiv vor die Kamera.

      06 - Schneller, aber nicht unbedingt besser
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      07 - Sydney Harbour Bridge
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      08 - Noch so eine Sehenswürdigkeit
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      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Ich habe natürlich sofort wieder eine Frage: Du erzählst, ihr habt euch auf dem Schlepper mit Einheimischen unterhalten. Ich gehe davon aus, daß du/ihr mit einem guten Oxford English ausgestattet seid. Versteht man die Australier einigermaßen? Ich vermute, ich würde kein Wort verstehen.
      Ihr habt also gleich am ersten Tag vor Ort locker geschwatzt?
      Gruß - maxie


      Bei kreativen Menschen gibt es kein Chaos, es liegen nur überall Ideen herum.
    • Der Kern meines nie so wirklich guten Oxford English ist inzwischen auch von Dialekten und Akzenten geschliffen worden und braucht natürlich, wenn ich ins Gespräch gehen will, etwas Starthilfe. Das ist aber auch angenehm, ich bin dann zurückhaltender und erfahre so viel von und über die anderen. Und ja, in Sydney und Umgebung versteht man die Australier recht gut, wie es bei so vielen Großstädtern heute der Fall ist (sofern sie sich Mühe geben, bzw. keine Mühe geben, extra unverständlich zu sprechen). Je provinzieller es wurde, desto mehr kam der Slang durch, und dann war es auch mal schwieriger. Das passiert mir aber auch in Bayern (beispielsweise ;) ).
      Die junggebliebene ältere Dame, die ihren Geburtstagskuchen mit uns geteilt hat, arbeitete übrigens vor fünfzig Jahren mal für ein Jahr in Deutschland und fand es ganz lustig, wieder etwas Deutsch sprechen zu können (viel ist allerdings nicht übrig geblieben). Als einer der (wenn ich mich recht erinnere) Maschinisten, der auch für die Kaffeeausgabe verantwortlich war, dies mitbekam rief er gleich seine Frau an, die ursprünglich aus Gelsenkirchen stammt und anno dazumal ausgewandert ist. Mit der haben wir dann noch etwas telefoniert, glücklicherweise war sie kein Fußballfan - das hätte sonst böse ausgehen können. Die Welt ist ein Dorf, weiß man ja. :)

      Rumkommen

      In Großstädten ist der ÖPNV (neben den eigenen Beinen) meistens die beste Wahl für Mobilität, und sehr sinnvoll ist es, sich vorab über Möglichkeiten und spezielle Tarife für Touristen zu informieren. Denn häufig kann man diese so günstiger, oder überhaupt nur bekommen, da sie vor Ort nur teurer oder gar nicht zu erwerben sind. In Sydney (und Umgebung) gibt es zwar keine echten Touristentickets, dafür aber ein kartenbasiertes Zahlungssystem mit einem feststehenden Tageslimit - eine gute Kombination, denn man zahlt nur, was man auch nutzt, und hat trotzdem Planungssicherheit. Anstatt die Karten vor Ort zu kaufen, haben wir sie im Vorfeld und bereits mit einem Guthaben aufgeladen bestellt, was kaum teurer war, uns dafür aber Stress und Zeit erspart hat.

      Früher waren vorab gekaufte Stadtpläne und die meist kostenlosen Netzpläne essentiell nicht nur für die individuelle Reiseplanung, sondern überhaupt für jede Form der Stadterkundung; inzwischen kann man durchaus auch auf sie verzichten: Offline-Karten auch mit Fußgängernavigation (bspw. die kostenlosen Varianten Here, Google Maps oder Maps.me) und digitale Fahrpläne mit Routenvorschlägen auf dem Smartphone sind vielfach die bessere, weil schnellere Wahl und im Stadtbereich auch hinreichend zuverlässig. Zudem ermöglichen sie auch, sich einfach mal treiben zu lassen, was ich unglaublich gern mache um mich zu entspannen. Nach unserer Schiffstour etwa haben wir einen anderen Weg zurück zum Hotel eingeschlagen, sind ohne große Ortskenntnis am Wasser entlang und quer durch einen großen Park spaziert, um später schnell und direkt nach "Hause" zu finden. Für die Planung von einzelnen Touren sind Papierkarten zumindest als übersichtliches Hilfsmittel aber durchaus nicht verkehrt, ich begnüge mich im urbanen Gelände allerdings mit den meist kostenlosen und durch Werbung finanzierten Varianten, die man in den Touristeninfos oder im Hotel bekommt. Anders sieht das im offenen Land aus, da geht nichts über eine gute topographische Karte (und für den Notfall einen Kompass).

      Auch für den zweiten Tag war das Programm mit voller Absicht etwas leichter, zunächst stand die Besichtigung der Oper auf dem Programm. Wir haben dafür eine deutschsprachige Tour vorab gebucht, was sinnvoll ist, da die Plätze stark begrenzt sind. Außerhalb der Hochsaisons sind die englischsprachigen Touren aber auch spontan buchbar. Danach folgte ein Spaziergang durch den botanischen Garten, und am Abend noch ein Spaziergang am Hafen entlang.

      09 - Upstairs
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      10 - Pavarottis Verweigerung
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      11 - Vor dem Sturm
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      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Deine Vorplanung der Reise muss ja annähernd so lange gedauert haben, wie die Reise selbst. Ich bin da eher der Konsument von vorhandenen Strukturen bei Reiseveranstaltern, weil ich vor einem Urlaub nicht die Muße habe, mich damit zu beschäftigen. Im Umkehrschluss werde ich wahrscheinlich nie solch einen Individualurlaub machen.... umso schöner finde ich deinen Bericht und kann wenigstens davon träumen ;)
      Gruß aus Aachen

      "Wenn jemand ein Problem mit mir hat, kann er es behalten. Ist ja schließlich seins."

    • Neu

      Danke, ein paar mehr Photos und Informationen kommen natürlich noch, geht ja gerade erst los. Und die Vorplanung für eine solche Tour braucht natürlich viel Zeit, wenn man alles in der eigenen Hand haben möchte. Ich kann durchaus verstehen, dass fertige Reisen da für den einen oder anderen interessanter sind und finde daran auch nichts schlimmes. Für mich allerdings ist die Vorplanung nicht nur harte Arbeit, sondern auch Genuss, denn ich beschäftige mich gern intensiver mit anderen Ländern und Regionen, den Kulturen und den Menschen, und kann so schon vor der eigentlichen Reise auf eine "Gedankenreise" gehen. Aber Vorplanung ist ein gutes Stichwort:

      Puzzeln

      Meine Reiseplanung folgt im Grunde immer dem gleichen Prinzip und ähnelt einem Puzzle, bei dem es eine bewährte Methode ist, erst den Rand, dann die Auffälligkeiten und hinterher die Verbindungen zusammen zu stecken. Zuerst aber muss das Motiv ausgewählt werden, also "wann wie lange wohin" gereist werden soll. Das klingt banal und ist es meistens auch, kann aber in Einzelfällen durchaus schwierig werden, wenn sich die verschiedenen Punkte nicht vereinbaren lassen. In unserem Fall war Australien als grobes Ziel natürlich vorgegeben, ebenso war klar, dass wir in den Sommerferien reisen mussten und, weil wir alle lange auf den Urlaub hingefiebert hatten, dass wir das maximale herausholen wollten (die Tour daher vier Wochen dauern durfte). Der erste Schritt ist es nun, einen Rahmen zu bilden, also die groben Details der Reise festzulegen. Das ist allein schon schwierig, umso mehr natürlich, wenn man mit einer Gruppe reist. Ich habe daher jeden gebeten, sich Gedanken über die eigenen Wünsche zu machen und dann eine Liste zu formulieren, welche Orte auf jeden Fall besucht werden müssen (Sehnsuchtsziele), welche besucht werden sollten (Wunschziele) und welche besucht werden können (Hoffnungsziele). Die Ergebnisse habe ich gesammelt und ausgewertet, für beides nutze ich Hilfsmittel wie etwa Google MyMaps. Mit dem Programm kann man eigene Karten erstellen und kollaborativ bearbeiten, ein für mich sehr effektives und gern genutztes Werkzeug in der Reiseplanung, nicht nur bei solchen Gruppenreisen. Herausgekommen sind dabei Sydney (natürlich mit dem Opernhaus) und das Red Center mit dem Uluru (Ayers Rock), also die beiden größten Wahrzeichen Australiens, als Sehnsuchtsziele und damit Fixpunkte für diese Reise. Unter den Wunschzielen waren einige wenige Städte, wie etwa Alice Springs, Canberra und Melbourne, aber vor allem Naturziele, und wir einigten uns darauf, letzteren den Vorrang zu geben. So war es naheliegend, Sydney als Startpunkt auszuwählen, und ebenso, von dort ins Red Center und zurück zu fliegen. Der Rahmen steht.

      12 - Bondi Beach
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      13 - Seawing
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      14 - Flightseeing
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      - Schönen Gruß, Sascha -

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