Fast das Ende der Welt, wie man hin kommt, und was man da macht

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    • Fast das Ende der Welt, wie man hin kommt, und was man da macht

      Hallo zusammen,

      während meiner "kurzen Reise durch die faszinierende Tierwelt des roten Kontinents" hatte ich angekündigt, noch ein zweites Thema zu eröffnen, in der es mehr um die eigentliche Reise und das Drumherum geht. Und auch wenn es etwas länger als geplant gedauert hat, so möchte ich dem doch nun mit Freude nachkommen. Anders als die meisten unserer Urlaube war dieser eine Familienreise mit fünf Erwachsenen, zudem ein Geschenk, auf das wir einige Jahre sparen mussten. Nicht nur das Ziel war außergewöhnlich, auch die jeweiligen Erlebnisse sollten daher etwas ganz besonderes werden. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, die Planung komplett selbst zu übernehmen (das meiste habe ich in enger Abstimmung mit der Familie organisiert) um sie so perfekt auf unsere Bedürfnisse abstimmen zu können. Unterwegs waren wir vom 20. Juli bis zum 18. August 2017, also gut vier Wochen, wobei drei Tage für die Anreise und zwei für die Rückreise genutzt wurden (um das Risiko zu minimieren sind wir bereits einen Tag vor dem Abflug zum Flughafen gefahren und haben dort übernachtet, ansonsten ist die Anreise auch in zwei Tagen zu schaffen). Ich habe mir gedacht, die Reise in ihren einzelnen Stationen zu beschreiben und dabei jeweils auch Hinweise zur Organisation zu geben. Falls ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, nur her damit, diskutieren ist ausdrücklich erwünscht!

      Hin und weg

      Normalerweise würde ich einen Flug einfach über das Internet buchen, erfahrungsgemäß lohnt es sich aber, bei größeren Reisen auch mal eine Anfrage an spezialisierte Reisebüros zu stellen. Nicht selten können diese besondere Konditionen abrufen, die zwar nur selten den eigentlichen Flugpreis reduzieren, dafür aber häufig Sonderleistungen beinhalten. In unserem Fall waren dies drei kostenlose Inlandsflüge (pro Person) in Australien, die wir ohne Aufpreis erhielten und von denen wir zwei für unsere Planung brauchten. Da fliegen in Australien recht teuer ist (teurer als viele Verbindungen ins Ausland, weshalb viele Australier eher in Südostasien oder den pazifischen Inseln als im eigenen Land Urlaub macht) konnten wir so gutes Geld sparen. Geflogen sind wir mit Cathay Pacific, eine der großen, traditionellen asiatischen Fluggesellschaften, zunächst elf Stunden nach Hongkong, und von dort nach gut zwei Stunden Aufenthalt weitere neun Stunden nach Sydney. Für den Transfer vom Flughafen zum Hotel haben wir einen privaten Taxianbieter, der uns über TripAdvisor empfohlen worden ist, per Mail und zum Festpreis (vor Ort zu zahlen) gebucht.

      01 - Die Reise beginnt
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      02 - Der Sonne entgegen
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      03 - Hongkong
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      04 - Pferdewechsel
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      05 - Die Anreise hinterlässt Spuren
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      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Reisen und Reiseplanung interessieren mich sehr. Besonders diese Reise ans andere Ende der Welt steht ganz oben auf meiner Liste ( so in 12 Jahren, wenn mein Sohn nicht mehr Schulpflichtig sein wird :D )
      Lass mal kommen, ich bin schon richtig gespannt auf deine Infos und Berichte :lob:
      Gruß aus Aachen

      "Der Kluge lernt aus allem und von jedem,
      der Normale aus seinen Erfahrungen und
      der Dumme weiß alles besser".(Sokrates)

    • So interessant das Reiseziel auch ist, 19 Stunden Flug würde ich nicht schaffen. Schon nach 2 Stunden im Flieger führe ich vor innerer Anspannung unentwegt Selbstgespräche und bin so hippelig, dass die anderen Gäste und die Flugbegleiter schon immer ganz argwöhnisch gucken! :/
      Aber Tipps zur Reiseplanung sind immer nützlich und willkommen, besonders wenn sie mit schönen und passenden Bildern illustriert sind.
      Besondes lehrreich sind ja immer die Dinge die nicht wie geplant verlaufen sind.
      Bin gespannt was du uns noch so alles berichtest! :cor:
      Gruß aus Hamburg vom schokopanscher

      Meine Homepage - Möge das Licht mit Dir sein! 8)
    • Ich habe den großen Vorteil, dass ich so ziemlich überall entspannt schlafen kann. Von den 20 Stunden habe ich daher insgesamt nur gut drei mitbekommen, und die war ich hauptsächlich mit Essen beschäftigt. Der große Nachteil bei mir ist, dass ich meine proportional zwar passenden, trotzdem aber überdurchschnittlichen langen Beine irgendwo parken muss, und die normale Economy-Klasse dafür zu klein ist. Der Platz in der Premium Economy war sehr angenehm, allerdings auch teuer. Aus dem Grund haben wir nicht für uns alle solche Plätze gebucht, sondern nur für die beiden Langen in der Gruppe, während die drei Kurzen in der doch durchaus noch komfortablen "Holzklasse" fliegen mussten. Die ausgebliebene Verstimmung zeigt, dass die Familie durchaus gefestigt ist. Anders kann man solch eine Reise auch nicht unternehmen.

      Was die Reisezeit angeht, so sind die hiesigen Sommerferien übrigens keine schlechte Wahl. Zum einen sind die Temperaturen da auf dem ganzen Kontinent erträglich, auch in der Halbwüste, zum anderen sind die lokalen Preise tendenziell niedriger und vor allem das Angebot größer. Wir waren aus beruflichen Gründen auch an die Ferien gebunden, was ich erst als Nachteil vermutete, letztlich aber ein Vorteil war.

      Ankommen

      Alle Unterkünfte waren vorgebucht, in Sydney haben wir ganz klassisch ein Hotel über eine Buchungsplattform ausgesucht, gut bewertet, mit passender Anbindung an den ÖPNV, zentrumsnah aber nicht im Zentrum - aus Kostengründen. In einer Großstadt hat man früher oder später eh größere Distanzen zurück zu legen, da ist es nicht unbedingt wichtig, direkt am Hotspot zu nächtigen. Sinnvoll ist es allerdings, sich vorab schon mal über Restaurants, Imbissbuden, Cafés oder Bars in der Nähe zu informieren, je nachdem was man selbst bevorzugt, denn das erspart die Suche mit hungrigem Magen und schützt vor manch böser Überraschung, ohne die grundsätzliche Freude an der Erkundung der Gegend zu rauben (denn man muss ja nicht zwingend hingehen, was man vorher recherchiert hat). Wir sind so auf Harry's Cafe de Wheels gestoßen, eine Australische Ikone direkt vor unserer Haustür - und sehr lecker! Google Maps ist für derartige Planungen sehr hilfreich.

      Jetlag war bei keinem von uns ein Problem (ich bin da eh unempfindlich, der Rest der Gruppe spürt es sonst aber durchaus), was wohl auch daran lag, dass wir Vormittags los geflogen und Abends in Sydney angekommen sind, ein Tag ausgedehnt auf zwei quasi. Trotzdem habe ich gerade am Anfang ausreichende Ruhephasen eingeplant, was am einfachsten geht, indem man entspanntere Touren auf diese Tage legt. So stand der erste Tag im Zeichen einer großen Hafenrundfahrt. Neben den üblichen kommerziellen Angeboten, die man entweder über das Netz oder über die entsprechenden Touristeninformationen findet (oder die üblichen Infoständer in der Hotellobby), gibt es aber häufig auch kleinere Alternativen, Geheimtipps, die man mit etwas Suchen entdecken kann. Ein guter Startpunkt sind Veranstaltungskalender der Stadt oder von thematisch passenden Museen. Ich habe so beispielsweise die Sydney Heritage Fleet gefunden, die an einigen Tagen im Monat mit ihren Oldtimern besondere Fahrten anbietet, eine davon genau passend an unserem ersten Reisetag. So waren wir mit einem klassischen, über 100 Jahre alten Dampfschlepper unterwegs, konnten uns mit der Crew und den anderen Passagieren unterhalten (die meisten davon Einheimische), die Brücke besichtigen, Kohlen schaufeln und wurden sogar auf einen Geburtstagskuchen eingeladen. Der Nachteil: wenn man selbst auf dem alten Kahn unterwegs ist, kriegt man nur die modernen Geschwister als Motiv vor die Kamera.

      06 - Schneller, aber nicht unbedingt besser
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      07 - Sydney Harbour Bridge
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      08 - Noch so eine Sehenswürdigkeit
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      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Ich habe natürlich sofort wieder eine Frage: Du erzählst, ihr habt euch auf dem Schlepper mit Einheimischen unterhalten. Ich gehe davon aus, daß du/ihr mit einem guten Oxford English ausgestattet seid. Versteht man die Australier einigermaßen? Ich vermute, ich würde kein Wort verstehen.
      Ihr habt also gleich am ersten Tag vor Ort locker geschwatzt?
      Gruß - maxie


      Ein Freund ist jemand, vor dem man laut denken kann.
    • Der Kern meines nie so wirklich guten Oxford English ist inzwischen auch von Dialekten und Akzenten geschliffen worden und braucht natürlich, wenn ich ins Gespräch gehen will, etwas Starthilfe. Das ist aber auch angenehm, ich bin dann zurückhaltender und erfahre so viel von und über die anderen. Und ja, in Sydney und Umgebung versteht man die Australier recht gut, wie es bei so vielen Großstädtern heute der Fall ist (sofern sie sich Mühe geben, bzw. keine Mühe geben, extra unverständlich zu sprechen). Je provinzieller es wurde, desto mehr kam der Slang durch, und dann war es auch mal schwieriger. Das passiert mir aber auch in Bayern (beispielsweise ;) ).
      Die junggebliebene ältere Dame, die ihren Geburtstagskuchen mit uns geteilt hat, arbeitete übrigens vor fünfzig Jahren mal für ein Jahr in Deutschland und fand es ganz lustig, wieder etwas Deutsch sprechen zu können (viel ist allerdings nicht übrig geblieben). Als einer der (wenn ich mich recht erinnere) Maschinisten, der auch für die Kaffeeausgabe verantwortlich war, dies mitbekam rief er gleich seine Frau an, die ursprünglich aus Gelsenkirchen stammt und anno dazumal ausgewandert ist. Mit der haben wir dann noch etwas telefoniert, glücklicherweise war sie kein Fußballfan - das hätte sonst böse ausgehen können. Die Welt ist ein Dorf, weiß man ja. :)

      Rumkommen

      In Großstädten ist der ÖPNV (neben den eigenen Beinen) meistens die beste Wahl für Mobilität, und sehr sinnvoll ist es, sich vorab über Möglichkeiten und spezielle Tarife für Touristen zu informieren. Denn häufig kann man diese so günstiger, oder überhaupt nur bekommen, da sie vor Ort nur teurer oder gar nicht zu erwerben sind. In Sydney (und Umgebung) gibt es zwar keine echten Touristentickets, dafür aber ein kartenbasiertes Zahlungssystem mit einem feststehenden Tageslimit - eine gute Kombination, denn man zahlt nur, was man auch nutzt, und hat trotzdem Planungssicherheit. Anstatt die Karten vor Ort zu kaufen, haben wir sie im Vorfeld und bereits mit einem Guthaben aufgeladen bestellt, was kaum teurer war, uns dafür aber Stress und Zeit erspart hat.

      Früher waren vorab gekaufte Stadtpläne und die meist kostenlosen Netzpläne essentiell nicht nur für die individuelle Reiseplanung, sondern überhaupt für jede Form der Stadterkundung; inzwischen kann man durchaus auch auf sie verzichten: Offline-Karten auch mit Fußgängernavigation (bspw. die kostenlosen Varianten Here, Google Maps oder Maps.me) und digitale Fahrpläne mit Routenvorschlägen auf dem Smartphone sind vielfach die bessere, weil schnellere Wahl und im Stadtbereich auch hinreichend zuverlässig. Zudem ermöglichen sie auch, sich einfach mal treiben zu lassen, was ich unglaublich gern mache um mich zu entspannen. Nach unserer Schiffstour etwa haben wir einen anderen Weg zurück zum Hotel eingeschlagen, sind ohne große Ortskenntnis am Wasser entlang und quer durch einen großen Park spaziert, um später schnell und direkt nach "Hause" zu finden. Für die Planung von einzelnen Touren sind Papierkarten zumindest als übersichtliches Hilfsmittel aber durchaus nicht verkehrt, ich begnüge mich im urbanen Gelände allerdings mit den meist kostenlosen und durch Werbung finanzierten Varianten, die man in den Touristeninfos oder im Hotel bekommt. Anders sieht das im offenen Land aus, da geht nichts über eine gute topographische Karte (und für den Notfall einen Kompass).

      Auch für den zweiten Tag war das Programm mit voller Absicht etwas leichter, zunächst stand die Besichtigung der Oper auf dem Programm. Wir haben dafür eine deutschsprachige Tour vorab gebucht, was sinnvoll ist, da die Plätze stark begrenzt sind. Außerhalb der Hochsaisons sind die englischsprachigen Touren aber auch spontan buchbar. Danach folgte ein Spaziergang durch den botanischen Garten, und am Abend noch ein Spaziergang am Hafen entlang.

      09 - Upstairs
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      10 - Pavarottis Verweigerung
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      11 - Vor dem Sturm
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      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Deine Vorplanung der Reise muss ja annähernd so lange gedauert haben, wie die Reise selbst. Ich bin da eher der Konsument von vorhandenen Strukturen bei Reiseveranstaltern, weil ich vor einem Urlaub nicht die Muße habe, mich damit zu beschäftigen. Im Umkehrschluss werde ich wahrscheinlich nie solch einen Individualurlaub machen.... umso schöner finde ich deinen Bericht und kann wenigstens davon träumen ;)
      Gruß aus Aachen

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      der Dumme weiß alles besser".(Sokrates)

    • Danke, ein paar mehr Photos und Informationen kommen natürlich noch, geht ja gerade erst los. Und die Vorplanung für eine solche Tour braucht natürlich viel Zeit, wenn man alles in der eigenen Hand haben möchte. Ich kann durchaus verstehen, dass fertige Reisen da für den einen oder anderen interessanter sind und finde daran auch nichts schlimmes. Für mich allerdings ist die Vorplanung nicht nur harte Arbeit, sondern auch Genuss, denn ich beschäftige mich gern intensiver mit anderen Ländern und Regionen, den Kulturen und den Menschen, und kann so schon vor der eigentlichen Reise auf eine "Gedankenreise" gehen. Aber Vorplanung ist ein gutes Stichwort:

      Puzzeln

      Meine Reiseplanung folgt im Grunde immer dem gleichen Prinzip und ähnelt einem Puzzle, bei dem es eine bewährte Methode ist, erst den Rand, dann die Auffälligkeiten und hinterher die Verbindungen zusammen zu stecken. Zuerst aber muss das Motiv ausgewählt werden, also "wann wie lange wohin" gereist werden soll. Das klingt banal und ist es meistens auch, kann aber in Einzelfällen durchaus schwierig werden, wenn sich die verschiedenen Punkte nicht vereinbaren lassen. In unserem Fall war Australien als grobes Ziel natürlich vorgegeben, ebenso war klar, dass wir in den Sommerferien reisen mussten und, weil wir alle lange auf den Urlaub hingefiebert hatten, dass wir das maximale herausholen wollten (die Tour daher vier Wochen dauern durfte). Der erste Schritt ist es nun, einen Rahmen zu bilden, also die groben Details der Reise festzulegen. Das ist allein schon schwierig, umso mehr natürlich, wenn man mit einer Gruppe reist. Ich habe daher jeden gebeten, sich Gedanken über die eigenen Wünsche zu machen und dann eine Liste zu formulieren, welche Orte auf jeden Fall besucht werden müssen (Sehnsuchtsziele), welche besucht werden sollten (Wunschziele) und welche besucht werden können (Hoffnungsziele). Die Ergebnisse habe ich gesammelt und ausgewertet, für beides nutze ich Hilfsmittel wie etwa Google MyMaps. Mit dem Programm kann man eigene Karten erstellen und kollaborativ bearbeiten, ein für mich sehr effektives und gern genutztes Werkzeug in der Reiseplanung, nicht nur bei solchen Gruppenreisen. Herausgekommen sind dabei Sydney (natürlich mit dem Opernhaus) und das Red Center mit dem Uluru (Ayers Rock), also die beiden größten Wahrzeichen Australiens, als Sehnsuchtsziele und damit Fixpunkte für diese Reise. Unter den Wunschzielen waren einige wenige Städte, wie etwa Alice Springs, Canberra und Melbourne, aber vor allem Naturziele, und wir einigten uns darauf, letzteren den Vorrang zu geben. So war es naheliegend, Sydney als Startpunkt auszuwählen, und ebenso, von dort ins Red Center und zurück zu fliegen. Der Rahmen steht.

      12 - Bondi Beach
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      13 - Seawing
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      14 - Flightseeing
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      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Danke, es freut mich, wenn die Bilder gefallen :)

      Weiterpuzzeln

      Wenn der Rahmen steht, dann geht es darum, sich auf die einzelnen Hauptmotive festzulegen und diese sinnvoll zu kombinieren. Das erstes Hauptmotiv war Sydney naheliegend, davon habe ich bereits berichtet. Als zweites Hauptmotiv stand das Red Center mit dem Uluru (Ayers Rock) fest. Wir haben uns als weitere Ziele auf eine Wanderwoche durch die Berge und den Regenwald sowie eine letzte Woche am Meer festgelegt. Wie kombiniert man das nun miteinander? Vom Red Center aus hatten wir mehrere Möglichkeiten, etwa zurück nach Sydney und dann von dort aus mit dem Auto weiter, oder nach Melbourne und mit dem Auto oder dem Zug einen Roadtrip durch den australischen Südosten. Ebenfalls möglich wäre es gewesen, in den Westen oder Norden zu fliegen und von dort, je nachdem, mit Auto oder Flugzeug später wieder nach Sydney zurück. Wir haben uns letztlich aus logistischen und Kostengründen für die erste Variante entschieden und wollten die weitere Reise dann mit dem Auto erledigen.
      Da nun die Hauptmotive feststehen, müssen sie irgendwie verbunden werden (immer mit der Gefahr, dass die Pläne doch noch einmal geändert werden müssen). Um ins Red Center zu kommen gibt es mit dem Flugzeug zwei mögliche Ziele, entweder der Connellan Airport direkt am Uluru (deswegen auch Ayers Rock Airport genannt), oder der Alice Springs Airport nahe der einzigen Großstadt und gut sechs Autostunden vom roten Monolithen entfernt. Da wir eine Woche eingeplant hatten, allerdings keine ganze Woche am Uluru verbringen wollten und auf die Flugpreise dank Freiflüge keine Rücksicht nehmen mussten haben wir uns für einen Gabelflug entschieden. Es sollte also erst von Sydney nach Alice Springs gehen, wo wir einige Tage verbringen sollten, um dann mit dem Auto zum Uluru zu fahren, von wo aus wir nach einigen Tagen wieder zurück nach Sydney flogen. Klingt kompliziert? Ist es auch, war allerdings die richtige Entscheidung. Warum, erkläre ich im nächsten Beitrag, nun gibt es erstmal Bilder vom Red Center rund um Alice Springs.

      15 - Endlich Outback
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      16 - Sie versprachen uns Wüste
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      17 - Ein Relikt vergangener Zeiten
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      18 - Das Ende der Welt ist nicht mehr Fern
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      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Ist aber auch missverständlich, auf dem Bild hat der Wagen gar nur 3 Reifen. ;) Ohne Ersatzreifen würde ich die Tour allerdings nicht machen, denn in der Nebensaison sind auch die häufiger befahrenen Routen einsam. Wir haben auf der Strecke den ganzen Tag über zwei andere Fahrzeuge gesehen - immerhin wussten wir, dass eine Rangerstation in der Nähe war, und Kompass, Karte und genug Wasser war natürlich ebenfalls dabei.

      Weiterkommen

      Wie nahezu alles andere kann man auch Mietwagen über einschlägige Portale bei spezialisierten Agenturen zum Tiefstpreis buchen, ich empfehle das allerdings nicht, weil die Preisvorteile häufig die Leistungsnachteile nicht rechtfertigen. Auf unserer letzten Tour mussten wir gleich zwei mal das Fahrzeug wegen Reifenschäden tauschen, selbst wenn das erste Problem auf Kulanz behoben worden wäre hätten wir gut 150 Euro selbst zahlen müssen - wenn wir die Versicherung nicht gehabt hätten. So war es nur ein lästiger zeitliche Aufwand. Deswegen ist meine Empfehlung, immer auf ein gutes Versicherungspaket mit geringer Selbstbeteiligung zu setzen und hier besonders aufmerksam zu vergleichen. Oder sich direkt an Vermittler zu wenden, die Wert auf ein gutes Paket und nicht den niedrigsten Preis legen. In der Regel buche ich daher über den ADAC und bin damit immer gut und, im Vergleich, noch immer günstig gefahren (buchstäblich). In Australien brauchten wir gleich zwei Fahrzeuge, und während wir später in Sydney einen praktischen Van nutzten, mussten wir im Outback zwingend einen richtigen Geländewagen nehmen. Zwar sind die Straßen in Alice Springs und Umgebung genauso wie die Verbindungsstraße zum Uluru asphaltiert und unproblematisch für alle Fahrzeuge, die spannenden Touren brauchen aber ein passendes Gefährt, wie das Bild im vorigen Beitrag zeigt. Da ist dann auch ein Blick auf die Buchungskategorien wichtig, denn mit Pseudogeländewagen (sogenannte SUVs) darf und sollte man naturgemäß nicht ins Gelände fahren, während das auch bei den großen Vermietern mit den richtigen Fahrzeugen erlaubt ist. Und da wir nichts wirklich extremes vor hatten, haben wir auf eine spezialisierte Agentur, die es vor Ort durchaus gibt, verzichtet. Unterschätzen sollte man das Gelände allerdings auch auf den gut ausgeschilderten und touristisch erschlossenen Offroad-Strecken niemals - ohne Übung ist es vielleicht doch besser, auf den befestigten Wegen zu bleiben. Auch die führen zu schönen Zielen. Mit fünf Mann und vollem Gepäck macht ein echter Geländewagen übrigens nur wenig Spaß, allerdings waren wir so vollgepackt ja wirklich nur auf der Verbindungstour unterwegs, so dass auch dies kein großes Hindernis darstellte.

      Ich wollte noch erwähnen, warum es die richtige Entscheidung war, den Aufenthalt komplizierter zu gestalten. Der Uluru, oder Ayers Rock, ist ein großer roter Fels, den man selten sieht, weil er sich hinter Touristen verbirgt. Gut, das ist etwas übertrieben, aber relativ zu seiner abgeschiedenen Lage ist er tatsächlich auch in der Nebensaison überlaufen. Und da es außer dem Uluru, den Kata Tjuta und dem Ressort wenig gibt, was man dort machen kann, ist es empfehlenswert, nicht zuviel Zeit einzuplanen. Zwei volle Tage haben vollkommen gereicht, während die Zeit in Alice Springs unerwartet knapp ausgefallen ist. Zwar bietet die Stadt selbst nur wenig, im Umland gibt es allerdings extrem viel zu entdecken. Und auch wenn es dort ebenfalls viele Touristen gibt, so doch deutlich weniger als beim Roten Riesen.

      19 - Spieglein, Spieglein...
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      20 - Hide and Seek
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      21 - Kata Tjuta
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      22 - Uluru
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      23 - Infinity
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      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Schöne Bilder mit einer interessanten und für mich persönlich passenden Bearbeitung.
      Zumindest nehme ich an, dass die Vignettierung und der Look wie von alten analogen Farbfilmen in der Nachbearbeitung entstanden und nicht natürlichen Ursprungs ist?
      Könnten aber auch durch den Einsatz eines ND-Filters entstanden sein?
      Gruß aus Hamburg vom schokopanscher

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    • Dieser "Vintage"-Look ist momentan das Nonplusultra im Reise-Landschaft-Natur-Bereich (Outdoor, wie es so schön heißt), wenn man sich nur mal die einschlägigen Magazine dazu durchschaut wird man wenig anderes entdecken. Ideal natürlich auf gräulichem Umweltpapier, aber auch digital auf dem Bildschirm reizvoll. ;) Für reine Dokumentation bevorzuge ich ja realitätsnähe, für meine Bildserien hingegen brauche ich einen jeweils passenden Stil. Schön, dass nicht nur ich ihn angemessen finde. Und ja, der entstand in der Nachbearbeitung, anders wäre es in der Komplexität auch nicht zu machen. Mit einem ND-Filter, vor allem einem zu hoch bauenden könnte man zwar Vignettierung und eine Farbverfälschung hinbekommen, aber erst bei den richtig starken (mit allen damit einhergehenden Nebeneffekten) und dann weder kontrolliert, noch nuanciert.

      Weg und Hin

      Gedruckte Reiseführer waren nie mein Ding, nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern weil zu viele sie benutzen und damit auf den immer gleichen Wegen wandeln. Ich bin lieber etwas abseits der Hotspots unterwegs, nicht zwingend auf eigene Faust und nicht unbedingt in unerschlossener Wildnis, aber auf ruhigeren Touren. Ich schätze die stilleren Sehenswürdigkeiten, die typischen Kleinode, die in meinen Augen oftmals besser den Charakter einer Region widerspiegeln als die großen, pompösen Attraktionen. Echte Geheimtipps also, nicht solche, die in hunderttausendfach geteilten Schriften so genannt werden und damit schon lange keine mehr sind. Bloß wie findet man solche? Wenn ich auf eine solche Fragen mit "Das habe ich aus dem Fernsehen" antworte, ernte ich meistens ungläubige Blicke. So profan es auch klingt, Dokumentationen (besonders natürlich Naturdokumentationen) sind ideale Ankerpunkte zur Planung von Reisen, Touren und Ausflügen und werden von mir akribisch gesammelt, unabhängig davon, ob nun konkretes Reiseinteresse besteht oder nicht. Das gleiche gilt auch für schriftliche Dokumentationen, Reise- oder Naturberichte, und selbst Romane erlauben hier und da interessante Einblicke. Und beides ist heute so einfach wie noch nie, denn die gut verfügbaren Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (und in Deutschland sind wir gesegnet was Dokumentationen angeht!), die breite Verfügbarkeit von Zeitungsartikeln im Netz und nicht zuletzt die Aufarbeitungsmöglichkeiten (wie über bereits erwähnte individuelle Karten) sind grandios. Dieser Bereich lässt sich natürlich mit den jeweiligen Informationen aus lokalen beziehungsweise regionalen Touristeninformationen erweitern, die zwar häufig inhaltlich den gedruckten Reiseführern ähneln, aber immer auch kleinere Touren und besonders auch aktuelle Attraktionen bewerben, die aufgrund von zeitlichen Einschränkungen sonst nur selten Erwähnung finden.
      Die zweite große Möglichkeit sind die Menschen selbst, und viele geben bereitwillig Tipps, verraten ihre Lieblingsorte in der Umgebung, ihre Spazierwege und gern gemachte Wandertouren. Das funktioniert natürlich auch über das Internet, Foren und entsprechende Portale, und auch diese Quellen nutze ich gerne, noch lieber sind mir aber direkte Gespräche, die sich umso leichter führen lassen, je "privater" die Umgebung ist. Die kleine Pension, das Café oder der Dorfladen sind ideale Orte, um mit den Inhabern und anderen Gästen/Kunden ins Gespräch zu kommen - ohne diese Hinweise hätten wir in Australien einige der kleineren, spontanen Touren nicht machen können, und hätten auch keinen Koala in der freien Wildbahn gesehen.
      Und hier möchte ich auch ganz generell mal eine Sache ansprechen, die nicht unbedingt etwas mit Reiseplanung zu tun hat: seid offen, gerade wenn es um das Hobby Photographie geht! Natürlich gibt es manchmal auch komische Kommentare und merkwürdige Reaktionen, aber viele Menschen interessieren sich dafür doch deutlich mehr, als man selbst vielleicht denkt. Offen sein, freundlich Grüßen, bereitwillig Auskunft geben hat mir mit die besten Gespräche beschert, die ich überhaupt geführt habe. Da ich leider häufig gerade bei Photographen das Gegenteil erlebt habe kann ich nur appellieren: probiert es aus, es lohnt sich!

      Zurück zur Reise, und zurück nach Sydney. Wie bereits erwähnt haben wir uns dort einen Wagen gemietet (ebenfalls vorgebucht) um damit die beiden letzten großen Regionen unseres Urlaubs zu bereisen. Während wir in Sydney noch ein Hotel hatten und im Outback in Apartmentresorts gewohnt haben, mieteten wir für die letzten zwei Wochen Ferienhäuser über die gängigen Portale an. Diese sind zum einen deutlich günstiger und für eine Reisegruppe in unserer Größe praktischer, und mit genug Händen geht auch die zwangsläufige Mehrarbeit einfach und schnell. Zunächst verschlug es uns zum Wandern in die Berge, genauer gesagt in die Blue Mountains, in denen es neben Touristenorten wie Katoomba auch die ruhigeren Flecken wie Blackheath gibt, wo wir eine Woche verbrachten.

      24 - Hic sunt dracones
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      25 - Drei Schwestern
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      26 - Finsternis im Licht von tausend Sonnen
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      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Und irgendwann dann doch wieder weg

      Nach einer intensiven Wanderwoche mit teilweise phantastischen Aussichten und interessanten Orten zog es uns für die letzten Tage der Reise ans Meer. Zwar wäre es schön gewesen, wenn wir am Great Barrier Reef hätten tauchen können, aber logistisch war das in unserem Kostenrahmen schlicht nicht machbar. Wir haben daher ein Ferienhaus in Fingal Bay gebucht, einem kleinen Küstenort drei Autostunden nördlich von Sydney. In der Nebensaison ist nur in den Hauptorten viel los, in unserem Fall war dies das benachbarte Nelson Bay, so dass wir genau das richtige Maß Ruhe hatten, ohne Abseits von allem zu sein. Zudem ist die Region bekannt für ihre Koalas, der Hauptgrund überhaupt in diese Ecke des Landes zu fahren. Es gibt mehrere Schutzgebiete, zudem werden Sichtungen akribisch im Internet protokolliert, und wie bereits zuvor erwähnt sind auch die einheimischen bei der Suche behilflich, mit mal mehr mal weniger guten Tipps. Ohne Nutzung aller zur Verfügung stehenden Informationen wären letztlich nicht erfolgreich gewesen und hätten keinen Koala gesehen. Daneben gab es natürlich auch normale touristische Ausflüge, wir gingen etwa auf die (photographische) Waljagd oder zum Sandboarden, einer spaßigen und anstrengenden Sportart. Über diese Touren haben wir uns im Vorfeld bereits über die Touristmusinformation der Region informiert und konnten so günstige Kombinationspakete buchen.

      Auch hier, wie schon an den anderen Orten, verging die Zeit viel zu schnell. Gleichzeitig war uns immer bewusst, dass wir nur einen Bruchteil des Landes wahrgenommen haben, dafür aber qualitativ durchaus hochwertig, nicht nur im Rausch, sondern bewusst und mit allen Sinnen. Vielleicht ist das auch die Quintessenz des Ganzen? Wir werden nie jeden Ort besuchen können, wir können aber darüber entscheiden, wie intensiv wir überhaupt etwas wahrnehmen. Für mich ist das definitiv der Schlüssel zu einem gelungenen Urlaub.

      27 - So schön, schön war die Zeit
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      28 - Der Weg ist das Ziel
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      29 - Wie im Flug vergeht die Zeit
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      30 - Das Fenster
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      Damit möchte ich dann die Reise auch abschließen, ich hoffe die Aufnahmen und Erklärungen waren interessant und unterhaltsam, und falls es noch Fragen gibt: nur her damit. :)
      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Helios schrieb:

      ...ich hoffe die Aufnahmen und Erklärungen waren interessant und unterhaltsam, und falls es noch Fragen gibt: nur her damit.
      War sehr schön zu lesen Sascha, vielen Dank dafür.
      Fragen hätte ich sicher Unmengen, wenn ich mich mit Australien als Reiseziel schon Mal ernsthaft beschäftig hätte. So staune ich nur über die tollen Bilder und die vielen Informationen dazu.
      Gruß aus Hamburg vom schokopanscher

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