60 Jahre Saarlandbrigade

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    • 60 Jahre Saarlandbrigade

      Moin,

      gestern feierte unsere Saarlandbrigade ihr 60jähriges Jubiläum, mit Gelöbnis, Infoständen und dem hier üblichen Großschwenker. Zudem gab es eine Gefechtsübung der Einheit, bei der ein simuliertes Flugfeld inklusive Relaisstation eingenommen und gesichert wurde. Da ich die davon gemachten Bilder direkt aufbereiten musste, dachte ich mir, ich kann sie auch direkt hier zeigen. Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen.

      Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass militärische Themen in der Bevölkerung immer kontrovers gesehen werden, bitte ich eine politisch-gesellschaftliche Diskussion hier im Thema zu unterlassen. Wer ein inhaltliches Problem mit dem Thema oder den Bildern hat, wird nicht gezwungen, sie sich hier anzuschauen, und gern können wir darüber an anderer Stelle sprechen. Danke!

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      1. Akt

      Vor der eigentlichen Gefechtsübung sprang ein kleines Demonstrationsteam der Einheit aus einem historischen Flugzeug, der Nord Noratlas. Die in Frankreich entwickelte und kurz Nora genannte Maschine war die erste Neubeschaffung der jungen Bundeswehr, wurde in Deutschland in Lizenz gefertigt und in großer Stückzahl in Dienst gestellt. Eigentlich für den militärischen Materialtransport und Luftlandungen vorgesehen, machte sie vor allem durch humanitäre Einsätze auf sich aufmerksam, und fungierte so als Botschafter eines "anderen" Deutschlands. Heute gibt es neben einigen Museumsmaschinen auch noch ein flugfähiges Exemplar, dass in der Normandie von einer Gruppe freiwilligen gepflegt wird und gerne der Einladung der Saarlandbrigade nachgekommen ist.

      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Die beiden Hupfer, neugierig wäre ich auf die Exifs.
      Wäre klasse wenn du noch ein wenig Flieger aus dem Ärmel schütteln würdest, bzw vielleicht geht ja die anderen nacheditieren?
      Graue Haare sind voll im Trend, wenn nun noch Übergewicht und Falten modern werden, wird das mein Jahr
      meine Homepage - Uschi - lieber von Rubens gemalt als vom Schicksal gezeichnet
    • Engerl schrieb:

      Die beiden Hupfer, neugierig wäre ich auf die Exifs.
      Wäre klasse wenn du noch ein wenig Flieger aus dem Ärmel schütteln würdest, bzw vielleicht geht ja die anderen nacheditieren?

      Wird gemacht! Allerdings frühestens ab dem nächsten Wochenende, wenn das Arbeiten am Rechner auch Nachmittags wieder Spaß macht ;) Die Exifs sind aber vorhanden, habe die absichtlich drin gelassen, gibt diesmal ja nichts zu verheimlichen :)

      Gandalf schrieb:

      na ja, "Reportangeaufnahmen" ist doch etwas stark untertrieben. Ich würde sagen gewohnt gute Qualität von Dir! super
      Danke! "Reportage" bezieht sich aber nicht primär auf die Qualität, sondern vor allem auf inhaltliche Auswahl und Präsentation. Bei einer Dokumentation ist Kreativität nur bedingt gefragt, und muss sich hinter andere Kriterien einreihen.
      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Helios schrieb:

      Engerl schrieb:

      Die beiden Hupfer, neugierig wäre ich auf die Exifs.
      Wäre klasse wenn du noch ein wenig Flieger aus dem Ärmel schütteln würdest, bzw vielleicht geht ja die anderen nacheditieren?
      Wird gemacht! Allerdings frühestens ab dem nächsten Wochenende, wenn das Arbeiten am Rechner auch Nachmittags wieder Spaß macht ;) Die Exifs sind aber vorhanden, habe die absichtlich drin gelassen, gibt diesmal ja nichts zu verheimlichen :)
      Hab sie gefunden, obwohl mein Browser sie nicht zeigen wollte :cursing:
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    • Walter schrieb:

      Ich vermute, dass die Matratzen reine Schauschirme sind, und die anderen tarnfarbig?
      Nee, das sind die normalen Einsatzschirme der Freifaller, die gegen den Himmel auch sehr schlecht zu sehen sind. Bei den Einsatzszenarien ist das durchaus "vernünftig". Die Spezialkräfte haben (oder hatten, die neuen sollen ja auch bei Nacht funktionieren) auch noch dunkle Nachteinsatzschirme. Die Automatikschirme der "normalen" Fallschirmjäger sind allerdings khakifarben, bloß kamen die hier nicht zum Einsatz, dafür war die Landezone zu klein.

      ---

      2. Akt

      Nun geht die Gefechtsdemonstration los, sie beginnt mit den Freifallern der Fallschirmjäger, die aus einer Transall in großer Höhe gesprungen sind. Ihre Aufgabe ist die Sicherung der Landezone für die folgenden Hubschrauber. Mit dem noch recht jungen NH-90 werden dann weitere Einsatzkräfte eingeflogen, die umgehend mit der Besetzung des Flugplatzes beginnen. Die Hubschrauber ziehen sich unterdessen in Rufbereitschaft zurück, um bei Bedarf als MedEvac Verwundete auszufliegen oder Feuerunterstützung zu liefern.

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    • Frag ruhig soviel du magst!

      Die Feierlichkeiten und die Gefechsdemonstration fanden in Saarlouis statt, da ist auch der Sitz des Stabes der Luftlandebrigade 1. Beide Sprungdemonstrationen wurden vom Fallschirmjägerregiment 26 aus Zweibrücken und Merzig durchgeführt, welche Kompanien, das müsste ich erfragen (wenn es wichtig ist), ich vermute aber, dass es die zweite und/oder dritte Kompanie waren (aufgrund deren erweiterten Sprungbefähigung als Freifaller).
      Zur historischen Einordnung: die Luftlandebrigade 26 war seit Anfang der siebziger Jahre komplett im Saarland stationiert, an verschiedenen Standorten über das Land verteilt und entsprechend regional eng verwurzelt. Aufgrund dieser Bindung hat sie dann Anfang der neunziger Jahre den offiziellen Beinamen "Saarland" bekommen, auch zuvor war sie aber bereits als Saarlandbrigade bekannt. Ebenfalls in den neunziger Jahren wurden allerdings auch Teile nach Rheinland-Pfalz verlegt, 2015 erfolgte die Umgliederung zur Luftlandebrigade 1 und dabei auch die Erweiterung der bestehenden Strukturen um die ehemalige Luftlandebrigade 31 aus Seedorf, Niedersachsen (Stabsstelle Oldenburg), wobei dieser Stützpunkt auch weiterhin erhalten geblieben ist. Damit wurden alle Fallschirmjäger unter einem Kommando zusammengefasst, der offizielle Name "Saarland" ging dabei allerdings verloren. Aufgrund der ungebrochen starken regionalen Präsenz wird die Einheit allerdings weiterhin Saarlandbrigade genannt, auch als Eigenbezeichnung der hier stationierten Teile - in Niedersachsen verwendet man den Begriff eher nicht. ;)
      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Vielen Dank für die umfassenden Ausführungen, Sascha.
      Mein Jüngster lebt normalerweise im Saarland, in Püttlingen. Vorher in Saarlouis. Er ist begeisterter Fallschirmspringer und Angehöriger der Luftlandebrigade.
      Ich habe von dir mehr Hintergrund erfahren als von ihm selbst. Z.Zt. ist er im Einsatz in Mali. Wir hören selten etwas von dort und sind froh, wenn er körperlich heil zurück kommt. Psychisch hat wohl jeder seinen "Denkzettel" dort erhalten.
      Daher mein besonderes Interesse.
      Gruß - maxie


      Bei kreativen Menschen gibt es kein Chaos, es liegen nur überall Ideen herum.
    • Ich hoffe mit Dir, Maxie. Meine ganz besondere Hochachtung gehört unseren jungen Soldatinnen und Soldaten, die auf derartigen Auslandseinsätzen ihre Gesundheit, wenn nicht sogar ihr Leben riskieren, und ihren Angehörigen. Ich stimme dem Slogan zu, dass "unsere Freiheit am Hindukusch", also unsere freiheitliche demokratische Grundordnung gegenüber denjenigen, die sie mit Terrtor zerstören wollen, verteidigt werden muss, wo in der Welt auch immer. Und daher verbeuge ich mich bewundernd vor ihren Leistungen und ihrem Mut.

      Jürgen
    • Na das dein Jüngster quasi mein Nachbar ist hättest aber schon mal erwähnen können ;) Und ich hoffe natürlich auch, dass er so heil und sicher aus dem Einsatz zurück kommt, wie man dies den Umständen entsprechend kann. Alles andere zu dem Thema ist an anderer Stelle oder per PN besser aufgehoben. :)

      ---

      3. Akt

      Parallel zur Sicherung des Flugfeldes fliegen Airbus H145M Spezialkräfte zur Sicherung des Gebäudekomplexes inklusive der Relaisstation ein. Notfalls wird dabei auch auf dem Dach gelandet und der Trupp abgesetzt, der sich dann im Zweifelsfall mittels Sprengladungen Zugang verschafft. Bundeswehr-TV sendet natürlich Live aus dem Krisengebiet, nicht ganz, hier ist das Team dabei um den Zuschauern einen besseren Blick auf die Erstürmung der Räume zu bieten. Die plastische Darstellung der Tötung des Gegners ist hierzulande allerdings schon etwas befremdlich und ungewohnt, aber im Zweifel die nicht zu verleugnende Realität der Einsätze. Nach der Erstürmung wird das Gelände gesichert.
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    • Du mal wieder ;)

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      4. Akt

      Flüchtende Personen, die nicht zweifelsfrei als feindliche Kräfte zu identifizieren sind, sollen nicht per Waffeneinsatz gestoppt werden. Vielmehr sollen die Hunde zum Einsatz kommen, deren Haupteinsatzgebiet das Aufspüren von Sprengstoffen und ähnlichen Bedrohungen ist. Augenscheinlich war es ein Zivilist, der während der Demonstration versuchte zu fliehen - er hatte keine Chance.

      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Na, hoffentlich haben Hund und Zivilist ihr Leckerchen bekommen! ^^

      Ich war damals ja auch aktiv, ne, aber so schöne Sachen durften wir nicht machen ... Bei uns reichte es, an einer Luft-Landeübung in St Peter Ording dabei zu sein ... ;)
      Great equipment can take lousy pictures, and poor equipment can manage wonderful images. The difference? You. Thom Hogan
    • Habe sowas vor einigen Jahren mal im Bereich der Kaserne Maxhof beim Tag der offenen Tür anlässlich des 50jährigen Bestehen Bundeswehr im Landkreis Starnberg erleben dürfen, unter anderem auch die Hundestaffel. Präsentation von militärischem Gerät und Führungsunterstützungssystemen, dynamische Leistungsshows unter Einbindung von Hubschraubern und Fallschirmdarbietungen, "Geländefahrten" mit ausgesuchten militärischen Fahrzeugen, kurzum ein Querschnitt durch alles was die Bundeswehr zu bieten hatte, sogar Taucher waren dabei. War hoch interessant und sehr beeindruckend, gerade auch die Hundestaffel und die Fallschirmspringer.
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    • 5. Akt

      Um auch die anderen Bereiche des Flugfeldes einzunehmen, rücken die Soldaten anschließend auf verschiedene Positionen vor. Dabei kommt es zu Schusswechseln mit verbliebenen feindlichen Kräften, und auch zu Verwundungen unter den eigenen Kameraden. Um diese angemessen notversorgen zu können wird ein provisorischer Krankenposten eingerichtet, nach der Stabilisierung wird ein Hubschrauber zu medizinischen Evakuierung (MedEvac) angefordert. Der kommt, wie bei der Bundeswehr üblich nicht allein. Vielmehr sichert eine Maschine die Landestelle ab und leistet gegebenenfalls Feuerschutz, während der zweite Helikopter den Verletzten an Bord nimmt.

      - Schönen Gruß, Sascha -

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