NEU: Voigtländer Nokton 60 mm F0.95

Die optische Rechnung dieses mit f/0,95 besonders lichtstarken Objektivs besteht aus 11 Elementen in 8 Gruppen und erlaubt einen Abbildungsmaßstab von 1:4 bei einer Naheinstellgrenze von 0,34 m. Die kleinste Blendenöffnung liegt bei F16, die Blende selbst besteht aus bei Voigtländer üblichen zehn Lamellen und verspricht so abgeblendet einen schön ausgeprägten Blendenstern. Das weitgehend aus Metall gefertigte Objektiv (Tubus und Schneckengang) wiegt stolze 860 g und besitzt einen Durchmesser von 82,5 mm (Filtergewinde 77 mm) bei einer Länge von 57,7 mm. Die Fokussierung und Blendenverstellung erfolgen manuell und mechanisch am Objektiv, es besitzt wie auch schon die anderen Modelle der Nokton-Serie für Micro-Four-Thirds keinen Chip und keine elektronischen Kontakte zur Kommunikation mit der Kamera. Da das Voigtländer Nokton 60 mm F0.95 noch nicht in Deutschland vorgestellt wurde stehen Preis und Verfügbarkeit noch nicht fest.


Produktseite (englischsprachig): http://www.cosina.co.jp/seihin…sh/e-mft-mount/mft60.html

Beispielbilder: http://www.cosina.co.jp/seihin…ample/kano-mft/60/01.html


Persönlicher Kommentar:


Cosina/Voigtländer war der erste Fremdhersteller, der 2010 ein speziell für Micro-Four-Thirds gerechnetes Objektiv (Nokton 25 mm F0.95) auf den Markt gebracht hat, in den darauf folgenden Jahren kamen drei weitere ebenso extra für MFT entwickelte Objektive (17,5 mm, 42,5 mm und 10,5 mm) hinzu, alle mit einer enormen Lichtstärke von f/0,95. Seitdem ist es allerdings still geworden um diese Serie, stattdessen hat sich der Hersteller auf Objektive für das Kleinbild-Format fokussiert. Entsprechend erstaunt aber auch erfreut bin ich über diese Ankündigung, die Brennweite von 60 mm erweitert das Sortiment sehr sinnvoll, und durch die hohe Lichtstärke dürfte es besonders für Portraitphotographen hochinteressant sein. Schon bei den bisherigen Objektiven lieferte Cosina/Voigtländer ein Anfassgefühl, dass im MFT-Segment seines gleichen sucht, und auch die Verstellung von Fokus und Blende sind ein Genuss - es ist nicht davon auszugehen, dass sich das neue Objektiv in den Punkten anders verhält. Es gibt aber aus meiner Sicht einen großen und ehrlich gesagt auch unverständlichen Knackpunkt: das Fehlen der Kommunikation mit der Kamera. Der Hersteller selbst ist dazu in der Lage (das beweist er bei Modellen für andere Anschlüsse), Mitglied bei Micro-Four-Thirds ist Cosina ebenfalls schon lange, und die Vorteile sind schon zahlreich: mit einer elektronischen Kommunikation und den in darüber hinterlegten Daten könnte nicht nur die Fokuslupe automatisch aktiviert werden, auch der kamerainterne Bildstabilisator würde mit optimalen Informationen versorgt, und in der Bildverarbeitung könnten optimierte Profile erstellt werden. Das Argument der geringfügig höheren Kosten zieht in meinen Augen bei einem Premiumprodukt wie diesem nicht.

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