Helios präsentiert: eine kurze Reise durch die faszinierende Tierwelt des roten Kontinents

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    • 100%ige Perfektion ist sicherlich utopisch, trotzdem sehe ich sie als Ziel, um so die eigene Qualität immer weiter zu steigern. Die hier gezeigten Aufnahmen sind so weit von meinem machbaren entfernt, dass ich sie unter normalen Umständen nicht zeigen würde. Allerdings gehört es durchaus zum photographischen Alltag, wenn die persönlichen Ansprüche hinter dem dokumentarische Zweck zurück stehen müssen.

      Heute: Weißbürzel-Honigfresser (White-plumed Honeyeater)

      Der Weißbürzel-Honigfresser lebt häufig in kleineren Gruppen mit etwa einem duzend Tieren, allerdings sind auch Einzelgänger nicht selten. Einen solchen haben wir bei einem Spaziergang durch das Outback zu Gesicht bekommen, das einzige Exemplar auf der ganzen Reise. Wie alle Honigfresser ernährt er sich von Nektar, Beeren und kleineren Insekten, ist insgesamt aber recht anspruchslos, weshalb er auch in fast ganz Australien zu finden ist (nur im Südwesten sowie an der Nordküste nicht). Allerdings unterscheiden sich die verschiedenen Unterarten in ihrer Färbung teils deutlich voneinander, von Grau-Oliv bis hin zu dem intensiven Gelb, dass unser Exemplar zeigte. Allen gemein hingegen ist der weiße Fleck an der Wange und die namensgebende Weißfärbung auf dem Rücken (die bei meiner Aufnahme leider nicht zu sehen ist).

      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Der Stil ist natürlich gewünscht, die Basis aber war Zufall, denn das Objektiv zeichnet das Bokeh ja sonst sichtbar harscher. Perspektivisch hätte es noch besser sein können, aber das zieht sich wie ein roter Faden durch das Thema.

      Jetzt geht es erstmal weiter mit einem Novum, den tatsächlich sind es, wie angekündigt, mal keine Vögel, die wir auf einem Geröllfeld an der Felskante einer Schlucht in den MacDonnell Ranges angetroffen haben. Leider fehlte mal wieder die Zeit und das richtige Objektiv für die Aufgabe, so dass die Qualität sich nahtlos an die bisherigen dokumentarischen Aufgaben anschließt. Aber letztlich soll es ja genau darum gehen. Zuerst das Suchbild, damit ihr einen Eindruck bekommt, unter welchen Umständen die dann folgenden Aufnahmen entstanden sind:


      Und, gefunden? Nicht? Nun denn!

      Heute: Schwarzpfoten-Felskänguru (Black-footed Rock-wallaby), auch bekannt als Warru

      Während im englischen alle kleineren Känguru-Arten zu den Wallabys gezählt werden, gilt das im deutschen nur für die Arten aus der Untergattung Notamacropus, so dass ein englisches "Rock-wallaby" bei uns ein "Felskänguru" ist. Im Vergleich zu den bekannteren Riesenkängurus allerdings ein ziemlich kleines, und da es vor allem nachtaktiv ist, auch ein schwer zu findendes. Das gilt besonders für das Schwarzpfoten-Felskänguru, dass zwar in der ganzen westlichen Hälfte Australiens lebt, jeweils aber nur in wenigen sehr eng begrenzten Lebensräumen anzutreffen ist und eine Vorliebe für besonders verwinkelte Geröllfelder besitzt, in dem es vor Feinden und Nahrungskonkurrenten geschützt ist. Aufgrund dieser besonderen Situation gehört es zu den gefährdeten Arten, und ist nicht leicht zu entdecken, auch wenn ihr Aufenthaltsort mehr oder weniger gut bekannt ist. In der Abenddämmerung wurden sie bei unserem Besuch aktiv, und nur durch die Bewegung waren die ansonsten perfekt an ihre Umgebung angepassten Tiere sichtbar. Ihre Scheu und das unwegsame Gelände sorgten allerdings dafür, dass nur Bilder aus weiter Entfernung möglich waren. Immerhin kann man nicht nur die Tiere selbst, sondern auf dem letzten Bild auch das Junge erkennen, dass noch im Beutel seiner Mutter sitzt. Ganz genau hinschauen lohnt sich also.





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    • Die sind ja mal gut getarnt. Ich suche immer noch im ersten Bild. Oder hast Du dir einen Spaß erlaubt um uns am Sonntag zu beschäftigen? ;)

      Auf jeden Fall ist das eine andere Hausnummer, diese Tiere in freier Wildbahn zu erwischen, als sie im Zoo präsentiert zu bekommen.
      Gruß aus Aachen

      "Wenn jemand ein Problem mit mir hat, kann er es behalten. Ist ja schließlich seins."

    • Ich BILDE MIR EIN, was entdeckt zu haben, da wo der rote Pfeil ist??? Auf jeden Fall tolle Doku mit interessanten Einblicken

      Graue Haare sind voll im Trend, wenn nun noch Übergewicht und Falten modern werden, wird das mein Jahr
      meine Homepage - Uschi - lieber von Rubens gemalt als vom Schicksal gezeichnet
    • Zu dem Suchbild habe ich mal ein eigenes Thema gestartet, da könnt ihr euch an einer größeren Version gern nochmal probieren. Und ja, Tiere in freier Wildbahn sind eine andere Kategorie, nicht nur was die Photographie betrifft.

      Heute: Salvadorikrähe (Torresian Crow)

      Die verschiedenen Krähenarten Australiens sind nur schwer voneinander zu unterscheiden, durch die kurzen Halsfedern, die (auf den Bildern leider nicht zu sehende) weiße Federbasis und vor allem den Ruf waren diese neugierigen Zeitgenossen allerdings als Salvadorikrähen identifizierbar. Während die älteren Tiere (erkennbar an der Iris-Färbung) uns aus größerer Distanz genau beobachteten, waren zwei Jungvögel mutiger und kamen uns recht nah, in der Hoffnung, wir würden etwas essbares hinterlassen. Das haben wir allerdings nicht, und während wir unsere Wanderung begannen, widmeten sie sich unserem Fahrzeug ziemlich ausführlich. Eine durchaus interessante Begegnung, ich hätte sie gern länger beobachtet nur um zu sehen, auf welche Ideen sie sonst noch gekommen sind.





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    • Das stimmt, wobei australische Vögel dafür augenscheinlich eh Talent besitzen, es trifft jedenfalls auf viele zu. :)

      Die Aufnahmen der Krähen entstanden im Palm Valley, einem naturkundlich sehr interessanten Gebiet im Red Center. Umgeben von einer schroffen und kargen Hügellandschaft hat sich in einem Taleinschnitt eine einmalige Palmenpopulation bewahrt, geologisch geschützt vor Buschfeuern, bewässert von dem vermutlich ältesten Fluss der Welt, dessen Flussbett bereits 100 Millionen Jahre alt war als die ersten (!) Dinosaurier über die Erde wanderten. Zu erreichen ist es nur mit Offroad-Fahrzeugen über einen Weg, der nur während der Trockenzeit befahrbar ist. Nach einer anstrengenden Wanderung trafen wir auf der Rückfahrt dann auf die nächsten Tiere:

      Heute: Brumby (Brumby)

      Echte Wildpferde gibt es in Australien nicht, das Land besitzt aber die größte Population an verwilderten Pferden. Aus den unterschiedlichsten Gründen wurden Pferde (auch Ponys) nach Australien eingeführt, sei es für Expeditions- oder Militärzwecke, als Arbeitstiere oder als Rennpferde. Wenn sie nicht mehr benötigt wurden, hat man sie einfach freigelassen. Aus dieser bunten Mischung entstanden die so genannten Brumbies, die sich wie viele eingeführte Tierarten in Australien inzwischen zu einer Plage entwickelt haben. Große Raubtiere gibt es auf dem australischen Kontinent nicht, und das weite Land bietet den Tieren genug Lebensgrundlagen, um sich massiv zu vermehren. So war es keine Überraschung, dass wir gleich zwei mal einer Herde über den Weg liefen. Die erste Begegnung war die intensivere, da die Pferde rund um das Palm Valley an Menschen gewöhnt sind und aufgrund der Stabilität ihrer Population auch unbehelligt bleiben. Die zweite Gruppe in den Wäldern von New South Wales hingegen war scheuer, misstrauischer und ließ sich nur aus der Ferne beobachten.









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    • Den Cowboy nennt man in Australien Stockman, und es ist durchaus noch ein weit verbreiteter Beruf, der allerdings ähnlich wie in den USA hauptsächlich bei Kulturveranstaltungen und als Freizeitbeschäftigung zu Pferd ausgeübt wird. Letzteres dabei durchaus ziemlich exzessiv, denn die Australier sind verrückt nach Pferden. Im Outback warnen genauso viele Schilder vor Reitern wie vor Wildtieren, Pferderennen ist Nationalsport und zu jeder Wohnsiedlung gehört neben dem obligatorischen Golf- auch ein Reitplatz. Und das traditionelle Outfit gehört natürlich dazu, entsprechend viele Läden gibt es dafür. :)

      Heute: Schwarzkehl-Krähenwürger (Pied Butcherbird)

      Der martialisch klingende Name trügt gewaltig, denn der Schwarzkehl-Krähenwürger ist ein Gesangskünstler und gilt als der stimmlich attraktivste Singvogel Australiens. Neben der Bandbreite an Tönen und Harmonien ist es vor allem die Komplexität der Lieder bis hin zu mehrstimmigen Duetten, die beeindruckt. Da ich neben den Tagesausflügen auch häufig noch in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden allein unterwegs war, etwas Zeit für mich und meine Photographie war einfach notwendig, konnte ich etliche Male den schönen Melodien lauschen, die von Tier zu Tier unterschiedlich waren, in ihrer Ausgestaltung aber durchaus häufiger ein sehr hohes Niveau erreichten (und ohne weiteres als geniale Komposition eines begnadeten Künstlers durchgegangen wären). Es war in jenen Momenten der perfekte Soundtrack, nur photographieren ließ er sich meistens nicht. Das lag primär am schwachen Licht, denn zutraulich ist seine Art durchaus. Sie sind an Menschen gewöhnt, werden als nützliche Helfer erachtet, da sie viele Schädlinge fressen, und sind entsprechend fast überall willkommen. Zum Glück gab es nicht nur die Begegnungen morgens und abends, sondern zweimal auch tagsüber, so dass mir einige Photos als Erinnerung gelangen. Im Red Center beobachtete er uns von einem recht luftigen Aussichtspunkt, später an der Küste hingegen vom passenden Sitzmöbel.





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    • Bevor wir das Red Center verlassen folgt noch eine kleine Serie an kurzen Begegnungen, zu denen es jeweils nicht viel zu sagen gibt.

      Heute: Australspornpieper (Australasian pipit)

      Gut getarnt ist dieser insektenfressende Bursche recht häufig in den Halbwüsten Australiens genauso wie auf den großen Farmen des eher trockenen Graslandes anzutreffen. Unscheinbar wie er ist fiel er auch uns kaum auf, dabei haben wir ihn sicherlich mehrfach aus der Ferne gesehen. Ein einziges Mal kam er nah genug, damit ein Photo möglich wurde, das unter den Umständen (am harten Schatten ist die pralle Sonne recht gut erkennbar) gar nicht so schlecht ausgefallen ist.

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    • Bis jetzt eine tolle Vogel Doku, kannte keinen einzigen davon. Den Krähenwürger habe ich mir in Youtube angesehen, gibt dort etliche Videos seiner wirklich beeindruckender Sangeskünste. Ein toller Kerl!
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    • Ach Uschi, sag nicht Vogeldoku - ich kann doch auch nichts dafür, dass sich die Säugetiere so rar gemacht haben. Aber es werden schon noch ein paar kommen, auch wenn die Vögel weiter dominieren werden. Was das Auffallen angeht, so ist es vor allem die "alltägliche" Vielfalt, die ziemlich beeindruckte, aber auch verwirrte. Und trotz guter Vorbereitung war es auch für mich oft genug überraschend, was mir da genau vor die Linse gekommen war. Dafür stellte die anschließende Katalogisierung der Aufnahmen nach dem Urlaub nochmal eine ganz eigene Reise dar.

      Heute: Gartenfächerschwanz (Willy Wagtail)

      Ein zwar weit verbreiteter, im Vergleich zu vielen Anderen aber unauffälliger Zeitgenosse, über den es an sich nur wenig zu erzählen gäbe - wenn er nicht in der Kultur der Aborigines eine besondere Rolle spielen würde. Je nach Region gilt er als Verräter und Spion, der die Menschen belauscht und anderen davon erzählt, vornehmlich natürlich das Geläster. Selbst bis ins Totenreich soll er dabei vorstoßen und kürzlich Verstorbenen von den üblen Nachreden der Hinterbliebenen erzählen, die dann wiederum von den aufgebrachten Geistern ihrer Dahingeschiedenen heimgesucht werden. Generell ist er der Bote schlechter Nachrichten, gilt aber auch als ausgesprochen Intelligent. Den Höhenflugwettbewerb der Vögel etwa hat er gewonnen, in dem er auf dem Rücken eines Adlers ritt. Das wiederum klingt gar nicht so unrealistisch, wenn man weiß, dass der Gartenfächerschwanz sein Revier sehr aggressiv verteidigt und dabei auch Adler angreift. ;)
      Auch die Herkunft seines englischen Namens ist interessant. Wagtail ist eigentlich die englische Bezeichnung für Bachstelzen (zu denen der Gartenfächerschwanz nicht gehört), heißt wörtlich übersetzt aber Wedelschwanz, was ziemlich gut sein Verhalten beschreibt. Rund um die irische See werden die Bachstelzen, also die Wagtails, auch Willies genannt. So entstand durch Einwanderer der Name Willy Wagtail und verbreitete sich schnell, obwohl er eigentlich gleich doppelt falsch ist. Auf meinem Bild kann man unter dem Gartenfächerschwanz übrigens den Uluru sehen, den die meisten vermutlich eher unter dem englischen Namen Ayers Rock kennen.



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