Sonne+Mond+Sterne

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    • Helios schrieb:

      Interessant ist das letzte Bild vor allem deshalb, weil man auf ihm auch den durch die Fachpresse bereits bekannt gewordenen Einschlag eines Meteoriten auf der Mondoberfläche erkennen kann
      Ich dachte ja bisher immer die gesamte Mondoberfläche wäre voll mit Einschlagskratern.
      Sind das nicht dieses vielen kreisrunden Dinger da auf der Oberfläche?
      Wie soll man denn da einen weiteren unter tausenden erkennen?! :/

      Aber beides schöne Aufnahmen.
      Gruß aus Hamburg vom schokopanscher

      Meine Homepage - Möge das Licht mit Dir sein! 8)
    • maxie schrieb:

      Ich denke, ich habe den Einschlag gefunden, allerdings erst nach der Vergrößerung. :)
      Tolle Aufnahme, übrigens!
      Danke, ich bin auch zufrieden mit der Qualität. Wenn man weiß wo er ist kann man ihn auch ohne Vergrößerung erkennen (oder erahnen), aber um ihn zu finden ist es die richtige Taktik. Ob es passt kannst du leicht über den Link im letzten Beitrag überprüfen, ich zeige nachher aber auch nochmal eine Vergrößerung des ganzen.

      schokopanscher schrieb:

      Wie soll man denn da einen weiteren unter tausenden erkennen?! :/
      Den Krater kannst du auf meinen (und selbst auf den besten von der Erde gemachten) Aufnahmen nicht erkennen, dafür brauchst du eine deutlich höhere Auflösung. Aktuell suchen sie die Einschlagstelle mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter. Zu erkennen ist aber der Lichtblitz des Einschlags, und darüber bin ich sehr froh, denn eine solche Aufnahme macht man nicht alle Tage ;)
      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Solange es nur Neid und keine Missgunst ist, kann ich damit gut leben ;)

      Hier noch als Nachtrag der Meteoriteneinschlag auf dem Mond im vergrößerten Einzelbild:

      Mondfinsternis_0541_Impact.jpg

      Wenn man sich tiefer für dieses Thema interessiert und weiß was es ist, dann bedeuten die kleinen hellen Pixel sehr viel. ;)
      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Für mich ist es auf jeden Fall eine besondere Aufnahme, denn diese Situationen sind mit ein Grund, warum ich Astrophotographie betreibe. Wir leben in einer Zeit, in der die Wissenschaft vermeintlich entrückt ist von einer realen, mit den eigenen Sinnen erfahrbaren Welt, was manche ausnutzen um sie auf eine Stufe mit Religion zu stellen und so die eigenen, alternativen Fakten populär zu machen, zu fast jedem Thema. Dabei ist das Gegenteil der Fall, und unser Bild von der Welt war noch nie so klar.

      Diese photographisch betrachtet belanglosen und redundanten Aufnahmen erlauben mir kleinem Erdling die elementaren Grundlagen unser Welt und des Universums zu verstehen und durch eigene Beobachtung nachzuvollziehen. Und das ist unglaublich motivierend.

      In einen Kalender kommt die Aufnahme aber nicht, vielleicht mache ich aber irgendwann mal ein Photobuch. Bis dahin hängen solche Bilder "nur" an der Wand.

      Übrigens, am 11. November ist Merkurdurchgang vor der Sonne. Wenn alles gut läuft, gibt es dann weitere "belanglose und redundante" Aufnahmen, und hoffentlich bis dahin auch noch ein paar. ;)
      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • Nochmal zwei Aufnahmen der Mondfinsternis, die erste entstand um 4:41 Uhr und zeigt den Eintritt in den Kernschatten, das zweite um 6:51 den Austritt aus dem Kernschatten. Die Farbunterschiede sind deutlich, was zum einen natürlich an der unterschiedlichen Phase der Mondfinsternis, zum anderen auch an der Atmosphäre selbst lag. Letzteres ist auch der Grund für die Qualitätsunterschiede. Auffällig sind die klar erkennbaren Farben der Mondoberfläche, die sich aus den unterschiedlichen Gesteinszusammensetzungen ergeben. Wenn Interesse besteht, kann ich auch gern nochmal eine farbverstärkte Variante nachlegen?

      - Schönen Gruß, Sascha -

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    • schokopanscher schrieb:

      Ich beneide dich um solch schöne und detailreiche Mondfotos.
      Gerne mehr davon.
      Genauso geht mir das auch
      Graue Haare sind voll im Trend, wenn nun noch Übergewicht und Falten modern werden, wird das mein Jahr
      meine Homepage - Uschi - lieber von Rubens gemalt als vom Schicksal gezeichnet
    • Die Exifs gehen mit der Verarbeitung verloren, wären aber aufgrund dieser Verarbeitung auch nur bedingt aussagekräftig. Aufgenommen habe ich den Mond mit der E-M1 und einem AF-Teleobjektiv auf der Astromontierung Star Adventurer, die für einen Ausgleich der Erdrotation (und der Mondbewegung um die Erde) sorgt und so auch mit längeren Belichtungszeiten noch scharfe Aufnahmen ermöglicht. Bei der ersten Aufnahme des vorherigen Beitrags (Eintritt in den Kernschatten) wäre das allerdings nicht notwendig gewesen, denn diese Aufnahme habe ich mit 1/125 Sekunde und Blende 8 bei ISO 200 gemacht. Bei der zweiten Aufnahme (Austritt aus dem Kernschatten) wäre es mit 1/3 Sekunde (Blende 8 und ISO 200) schwierig geworden, denn bei hohen Vergrößerungen kommt da doch schon einiges an Bewegung zu zusammen. Zudem ist es deutlich komfortabler, eine Mondfinsternis per automatischer Nachführung zu photographieren, da man sich die manuelle Verstellung des Stativs spart (was bei Minus 8 Grad über vier Stunden keine Freude ist).

      Im Normalfall erstelle ich Bildserien, die dann mittels Spezialsoftware (ich verwende Autostakkert 3, es gibt aber auch andere) verrechnet werden. Bei der ersten Aufnahme wäre das für die Präsentation im Forum nicht unbedingt notwendig gewesen, weil die Einzelbildqualität schon recht gut war (gutes Seeing, also wenig störender Atmosphäreneinfluss, und kurze Belichtungszeit), für größere Ausgaben oder bei schwierigeren Bedingungen kann man aber so eine deutlich bessere Qualität erzielen. Ich kann das gern am Beispiel der ersten Aufnahme zeigen.

      Über die Serienbildfunktion habe ich 78 Photos aufgenommen, die von der Software im ersten Schritt analysiert und nach Qualität (Kontrast- sowie Geometriequalität) kategorisiert wurde. Anhand dieser Werte habe ich mich dafür entschieden, 30% (also 24 Aufnahmen) für die Verrechnung zu verwenden. Im nächsten Schritt wird dann ein Raster über das Bild gelegt, anhand dessen das Stacking stattfindet. Das Ergebnis sieht dann so aus (links die Einzelaufnahme, in der Mitte die Verrechnung ungeschärft, rechts die Verrechnung geschärft, jeweils 200%):

      Die Unterschiede sind nicht groß, was an der Qualität des Ausgangsmaterials liegt, aber vorhanden. Das Rauschen wird reduziert, die durch die Luftunruhe beeinträchtigte Geometrie der Details wiederhergestellt und die Auflösung effektiv erhöht. Im ersten Schritt ist das Ergebnis deutlich unschärfer, deshalb ist die hohe Kunst das richtige Maß an Nachschärfung. Das ist mir hier nicht optimal, aber ausreichend gut gelungen.

      Neben dieser einfachen Verechnung gibt es mit "Drizzle" noch eine zweite Möglichkeit, die besonders bei hochauflösenden Optiken zu einer weiter erhöhten Detailauflösung führen kann und ursprünglich für das Hubble-Teleskop entwickelt wurde. Dabei werden die Aufnahmen vergrößert (angeboten wird 1,5x und 3x), und anschließend Subpixelgenau verrechnet. Motivdetails, die zwar durch die Optik aufgelöst aber vom Sensor nicht erfasst werden konnten werden so wieder sichtbar gemacht. Auch hier ist der Unterschied beim Beispiel nicht groß, aber vorhanden (links die zuvor ganz rechts gezeigte, verrechnete Aufnahme ohne Drizzle, in der Mitte mit 3x-Drizzle ungeschärft und rechts mit 3x-Drizzle geschärft):
      Zum Schluss dann noch der Vergleich zwischen der einfachen Aufnahme ohne jede weitere Bildbearbeitung und dem finalen Stacking mit 3x-Drizzle und angemessener Schärfung:

      Das Einstellen eines Vergleichsbildes in der Gesamtansicht erspare ich mir, da die Unterschiede im konkreten Fall in der Ausgabe fürs Internet zu vernachlässigen sind. In Groß an der Wand sieht man sie allerdings direkt.

      PS: Auf diesem Verfahren basiert auch der Handheld-HiRes-Modus der aktuellen E-M1X, genauso wie beispielsweise die Live-Modi (auch der neue ND-Filter) auf die Luminanz-Stacking-Verfahren basieren. Zum Einsatz kommen sie neben der Astronomie/Astrophotographie auch in der Medizintechnik.
      - Schönen Gruß, Sascha -

      Onzesi.de - Photographie ist mehr!
    • Tja, ich denke Sascha, dass ist nicht das was wir hören wollten! :rolleyes:
      Man nehme Kamera X mit Objektiv Y und stelle einfach die folgenden Parameter ein und schon wird alles gut wäre auch zu schön als Antwort gewesen. ;)
      Es wird deutlich, solche Fotos knipst man mal nicht so eben nebenbei, sondern neben der dafür notwendigen Hard- und Software gehören Ausdauer und das nötige Fachwissen auch noch dazu.
      Auch wenn mich deine Astro-Fotos immer sehr beeindrucken, fūr mich wäre das nichts, dafür bin ich ein viel zu ungeduldiger Mensch und bleibe doch lieber bei meinen irdischen Motiven.
      Gruß aus Hamburg vom schokopanscher

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